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Bündner Tagblatt 03.11.2009
Graubünden ist kein Eldorado für Fischer mehr. Die Differenz zwischen Patentgebühr und Fischbestand würde immer grösser, übt der passionierte Fischer Primus Stöckli Kritik und ist überzeugt, mit dieser Sicht nicht allein zu sein.
Von Norbert Waser Die Fischereisaison ist zu Ende. Noch liegen keine detaillierten Fangzahlen vor, aber es dürfte keine besonders gute Saison gewesen sein. In den Hauptfischereimonaten Mai/Juni herrschten wegen des vielen Schmelzwassers keine optimalen Verhältnisse, nennt Marcel Michel, Fischereibiologe beim Amt für Fischerei Graubünden, einen der Gründe. Aus Sicht manchen Fischers sind es aber weniger die natürlichen Gegebenheiten, die ihnen zunehmend die Freude an ihrem Hobby vergällen, sondern die Rahmenbedingungen und Vorschriften und die mangelnde Interessenvertretung durch die offiziellen Organe. In einem Leserbrief (siehe Seite Klartext) macht der passionierte Fischer Primus Stöckli seinem Ärger Luft.
Emotionen gehen hoch
Dass er mit seiner Kritik nicht allein steht, zeigen auch verschiedene Leserbriefe im «Bündner Fischer», dem offiziellen Organ des Kantonalen Fischerei-Verbandes Graubünden (KFVGR). «Um die Fischerei für Einheimische und Gäste wieder attraktiv zu machen, sollten vor allem die unsinnigen Fischereivorschriften radikal geändert werden», schrieb zum Beispiel Corsin Feuerstein aus Scuol. Kritisch äussert er sich auch zu den Kraftwerkspülungen und deren negativen Auswirkungen auf die Fischgewässer im Engadin. Grosse Sorgen macht sich auch Primus Stöckli mit Blick auf die bevorstehenden Entleerungen der Stauseen der Kraftwerke Hinterrhein. «Was sich da bei den letzten Entleerungen in den Achtzigerjahren abgespielt hat, darf sich nicht noch einmal wiederholen», appelliert Stöckli.
Lebensräume unter Druck
Ein gewisses Verständnis für solche Ängste zeigt Jürg Brosi, Vorsteher des Amts für Jagd und Fischerei. «Solche Massnahmen sind mit extremen Auswirkungen verbunden», sagte er gegenüber dem BT, «wir haben aber aus der Vergangenheit gelernt und versuchen, die Folgen dieser aus Sicherheitsgründen unumgänglichen Massnahmen zu minimieren.» Und mit Blick auf die Leserbriefe meinte Brosi: «Fischverluste sind immer mit Emotionen verbunden.» Es ist aber eine Tatsache, dass der Lebensraum der Fische stark unter Druck steht und durch die verschiedenen Beeinträchtigungen die Fischbestände leidet.
bForum Seite Klartext
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